Die „Weber-Bank“ mit Andreas Mühe

Die „Weber-Bank“ mit Andreas Mühe


„Mein Studio ist in erster Line Verwaltung von Chaos, von Dingen, die ich sammle und die irgendwann in meinen Arbeiten auftauchen. Es ist so etwas wie ein großes Gehirn.“

Persönlichkeiten geben uns auf der „Weber-Bank“ Einblicke in ihre Zeit. Sie zeigen uns einen Ort, der für sie eine besondere Bedeutung hat und an dem sie ihr Bankgeheimnis mit uns teilen.

Text: Eva v. der Schulenburg, Foto: Gene Glover

„Mein Studio ist in erster Line Verwaltung von Chaos, von Dingen, die ich sammle und die irgendwann in meinen Arbeiten auftauchen. Es ist so etwas wie ein großes Gehirn.“ Mühe ist bekannt durch seine Porträts von Schauspielern und Politikern, durch ironische Serien über Macht, Heimat und Pathos. Immer wieder hat er Angela Merkel portraitiert, auch als ihre eigene Doppelgängerin mit einer Puppe, die durch Deutschland reist. Die „Welt da draußen“ ist seine Fotowelt, dort fotografiert er, nicht hier im Studio. Dieser Ort in Pankow Park ist ein Rückzugsraum, der Mittelpunkt seines konzentrischen Arbeitskreises, eingebettet in einen Mix aus Arbeiter-, Kunst- und Produktionskosmos. „Denn Kunst ist Arbeit“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Mühe denkt, bereitet vor, konzentriert sich, schaut ins Grüne, versucht ab und an, seine eigene „Nichts-Box“ zu leeren und wieder zu füllen. Kürzlich war er Surfen in Dänemark, jetzt, braun gebrannt bereitet er seine nächste Ausstellung vor: „Subversive Praktiken“ zeigt seine gelebte Geschichte, der Betrachter hört seine Sprache, fühlt seine Ausdrucksform, eine Realität, die philosophisch-logisch für jeden eine andere ist. 29.6. bis 26.8.2018, König Galerie, Berlin.

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