Die Lobbyistin

Die Lobbyistin


Stephanie Bschorr ist die Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen.

Stephanie Bschorr ist die Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen. 
Sie ist davon überzeugt, dass die entscheidenden Impulse zu einer neuen, gleichberechtigten Arbeitswelt von Berlin ausgehen können.

Text: Guido Walter, Foto: Anna Rose

Der VdU ist der größte Zusammenschluss von Unternehmerinnen und weiblichen Führungskräften in Deutschland. Er vertritt 1800 frauengeführte, vorrangig mittelständische Unternehmen. Die kommen aus Dienstleistungssektor und Industrie, aber auch aus Handwerk und Handel. Von Frauengeleitete Unternehmen beschäftigen 500000 Menschen in Deutschland und erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 85 Milliarden Euro. Gesellschaftliche Debatten um eine Verbesserung der Stellung der Frau im Beruf sorgen dafür, dass die Stimme des VdU in der Berliner Politik Gewicht hat. Seit mehr als 60 Jahren gibt es den Verband.

Definiert sich über Wirtschaftsinteressen – der Frauenverband VdU

Überlebt hat er sich nach Bschorrs Ansicht nicht, trotz all des mühsam Erreichten. „Ich denke, dass wir bestimmt noch einmal 60 Jahre brauchen, bis wir unsere Ziele erreicht haben“, erzählt die geschäftsführende Gesellschafterin der Berliner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft HTG. „Unser großer Vorteil ist, dass wir von der Politik nicht nur als Frauenverband wahrgenommen werden. Wir vertreten Wirtschaftsinteressen. Das verschafft uns einen ganz anderen Zugang zur Politik. Außerdem haben wir noch viel zu tun, denn es gibt in Deutschland noch längst keine Chancengleichheit auf allen Ebenen.“

Frauen bei der Digitalisierung mitzunehmen, ist ein wichtiges Ziel

Dass in Zeiten der digitalen Transformation Frauen erneut ins Hintertreffen geraten, bereitet der Juristin Sorgen. Laut dem Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind in Deutschland in den höchsten Entscheidungsgremien der größten börsennotierten Unternehmen nur 27 Prozent der Plätze mit Frauen besetzt. Die Rheinländerin hofft, dass vor allem von Berlin Impulse ausgehen hier eine nachhaltige Veränderung zu erreichen, denn: „Berlin ist ein besonderes Pflaster für Unternehmerinnen“, so Bschorr, die Stadt nähme „eine Vorreiterrolle ein, wenn es um die Hinwendung zu einer neuen Gesellschaft geht, in der es normal ist, dass Frauen Führungspositionen einnehmen, gründen und Verantwortung übernehmen.“ Vorbilder seien schließlich immer noch der stärkste Motivator, etwas zu ändern.