Die Sammlung Haubrok

Die Sammlung Haubrok


Es gibt Orte, die Geschichten erzählen. Mit der Fahrbereitschaft hat der Sammler Axel Haubrok einen solchen entdeckt. Mit viel Liebe und Respekt vor der Vergangenheit hat er einen einzigartigen Komplex geschaffen, an dem Kunst und Alltag verschmelzen.

Es gibt Orte, die Geschichten erzählen. Mit der Fahrbereitschaft hat der Sammler Axel Haubrok einen solchen entdeckt. Mit viel Liebe und Respekt vor der Vergangenheit hat er einen einzigartigen Komplex geschaffen, an dem Kunst und Alltag verschmelzen.

Text: Kathrin Rettig, Foto: Valerie Schmidt

Als Axel Haubrock das Gelände der ehemaligen Transportzentrale des DDR-Ministerrats vor knapp fünf Jahren kaufte, ging es ihm darum, den Charakter des historischen Areals zu bewahren. Nicht nur das ist ihm gelungen; hinzugekommen sind verschiedene Gewerbe und zahlreiche Künstlerateliers. In Zusammenarbeit mit dem Architekten Arno Brandlhuber wurde ein transparenter Riegel mit hellen Studios neu gebaut. Auch er beheimatet eine kreative Mischung von Mietern, die die Ruhe und Zwanglosigkeit der Herzbergstraße genießen.

Beim Überqueren des Hofes der Fahrbereitschaft übersieht man leicht ein Fußballtor, eine Arbeit des Künstlers Andreas Slominski. „Es ist ein stinknormales Fußballtor, aber durch die Definition des Künstlers und die besondere Platzierung – man kann es nämlich nicht benutzen – wird es zur Skulptur“, sagt Haubrok schmunzelnd.

Als ehemaliger Unternehmensberater beobachtet Haubrok den Kunstmarkt rational. „Angebot und Nachfrage bestimmen den Wert der Kunst, dieses simple Prinzip gilt auch im Kunstmarkt. Beides kann immens schwanken – und somit auch der Preis der Kunst.“ Aber der materielle Wert sei für ihn nicht von Bedeutung. „Ich bin Sammler, kein Händler. Sammlungen sind wie Biografien, sie dokumentieren verschiedene Abschnitte im Leben eines Kunstliebhabers“, erklärt Axel Haubrok seine Haltung in Bezug auf Kunst als Geldanlage.

Die Kunst, die er sammelt, ist schwer in Worte zu fassen. Solche Konzeptkunst zu kuratieren ist eine Herausforderung, die er aber gern annimmt. Oft entsteht, wie bei dem Tor, etwas Besonderes durch das Zusammenspiel der Arbeiten der Sammlung und der Präsentation auf dem DDR-Gelände.