Heimaterde: Eine Weltreise durch Deutschland

Heimaterde: Eine Weltreise durch Deutschland


Vom Berliner Wedding aus quer durch Deutschland: Bei seinem Road Trip durch die Bundesrepublik hat Lucas Vogelsang Menschen getroffen, die von Herkunft und Identität erzählen.

Vom Berliner Wedding aus quer durch Deutschland: Bei seinem Road Trip durch die Bundesrepublik hat Lucas Vogelsang Menschen getroffen, die von Herkunft und Identität erzählen. Herausgekommen ist ein schlaues Buch, das sich einer großen Frage stellt – wer sind wir?

Text: Anke Bracht, Foto: Philipp Wente

„In einer Geschichte über Heimat darf die eigene nicht fehlen.“ Für Lucas Vogelsang ist dieser Ort Berlin Spandau, hier wuchs er auf. Der Mix aus „Remmidemmi“ und Stadtrandidylle habe ihn geprägt: „Spandau ist das beste Bootcamp für’s Leben“, ließ er sich anlässlich der Buchpremiere von „Heimaterde: Eine Weltreise durch Deutschland“ vom Tagespiegel zitieren, „danach kann dich nur noch wenig überraschen.“ Er selbst hat lange für diese Zeitung gearbeitet, wobei das relativ ist, Vogelsang ist im August 32 Jahre alt geworden. „Die Frage danach, was eigentlich Zuhause für mich ist, der Ort, der mir nie egal sein kann. Und da gab es für mich nur eine Antwort, sie hat sieben Buchstaben und liegt tief im Westen.“

Für sein Buch traf der Henri-Nannen-Preisträger Menschen in ganz Deutschland, in Städten wie Rostock-Lichtenhagen, Castrop-Rauxel und Pforzheim. Dabei machte Vogelsang Bekanntschaft mit Iranern, die Gartenzwerge bemalen, Vietnamesen, die Zugewanderten Deutschunterricht geben und Politiker mit palästinensischen Wurzeln, die am Stammtisch erklären, was Deutschsein heute bedeutet – um nur einige seiner Gesprächspartner zu nennen. Die Erlebnisse und Geschichten hat der Autor zu seinem neuen Buch über Herkunft und Identität verwoben. Seine Reise in die Gegenwart dieses Landes wird von der spannenden Frage vorangetrieben, was Heimat für uns ausmacht und wie Integration funktioniert.

Dass die Eingliederung in das soziale Miteinander sehr wohl funktioniert, zeigen Sportarten wie Fußball. Als der Fußballfan Vogelsang im Hertha VIP Magazin gefragt wurde, was die Gesellschaft von dieser Sportart in Sachen Integration lernen könne, bezeichnete er Fußball als „Weltsprache, der jedem, unabhängig von Religion oder Nationalität, eine Chance gibt in der Gesellschaft aufzusteigen.“ Womit sich der Kreis zu seinem „Bootcamp Spandau“ schließt. Sein eigenes Heimatgefühl beschreibt Lucas Vogelsang, der schon lange nicht mehr dort wohnt, so: „Heimat ist auf eine Karte gemalte Hybris. Sie klingt gut. Und ich höre ihr noch immer gerne zu. Auch wenn die Treffen mit ihr mitunter schmerzhaft sein können. (…) Echte Heimat ist ja auch der Ort, der dich wie kein anderer enttäuschen kann, weil er deiner Sehnsucht nicht gerecht werden kann.“

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