Kunstsaele Berlin

Kunstsaele Berlin


Geraldine Michalkes Botschaft ist klar: „Wenn man nichts sieht, schaut man genauer hin.“ Das Zitat des Malers Gerhard Hoehme beschreibt wohl am besten die Ausrichtung ihrer Sammlung Bergmeier in den Kunstsaelen Berlin.

Geraldine Michalkes Botschaft ist klar: „Wenn man nichts sieht, schaut man genauer hin.“ Das Zitat des Malers Gerhard Hoehme beschreibt wohl am besten die Ausrichtung ihrer Sammlung Bergmeier in den Kunstsaelen Berlin.

Text: Cäcilia Fischer, Foto: Patrick Desbrosses

Die Kunstsaele in der Bülowstraße 90 in Berlin-Schöneberg zeigen nicht nur die Sammlung von Geraldine Michalke, ehemals Bergmeier, sondern „sie funktionieren wie eine WG“, erklärt Alexander Hahn. Der Galerist suchte 2009 Mitbezieher für die 350 Quadratmeter große Fläche in dem herrschaftlichen Altbau. Davon erfuhr der Künstler Michael Müller und brachte Hahn mit den Sammlern Geraldine Michalke und Stephan Oehmen zusammen. 2010 gründeten die vier die Kunstsaele Berlin, die in den ersten Jahren auch Raum boten für Ellen Blumensteins Salon Populaire.

Der Name Kunstsaele stammt von Michael Müller, der damit auf die Seele der Kunst hinweisen will. 2017 hat er die Galeriefläche von Alexander Hahn übernommen, der sich teilweise zurückgezogen hat. 2015 war bereits Stephan Oehmen aus den Kunstsaelen ausgeschieden, sodass sie nunmehr vom passionierten Trio Michalke, Hahn und Müller für wechselnde Ausstellungen, Performances und Lesungen genutzt werden.

Sammlerin seit 30 Jahren

Geraldine Michalke baut seit rund 30 Jahren ihre Privatsammlung auf, die geschätzt 200 Werke umfasst. „Ich zähle sie nicht, denn mein Sammelsurium ist genauso wenig ein Geschäftsmodell wie die Kunstsaele“, erklärt die gebürtige Hallenserin. „Wir sind eine nicht kommerzielle Institution. Verkaufe ich einmal ein Werk, das seit vielen Jahren bei mir war, dann nur, um wieder eine Ausstellung zu finanzieren oder eine Entdeckung zu Hause zu haben.“

Die Werke für ihre Kollektion findet die Sammlerin spontan auf Messen oder in Galerien, eine klare Linie oder ein Konzept verfolgt sie dabei nicht. „Manchmal denke ich auch, das Bild oder die Arbeit will zu mir statt andersherum“, sagt sie augenzwinkernd. Ohne einem Trend zu folgen, verlässt sie sich zu 70 Prozent auf ihre Intuition und zu 30 Prozent auf ihr Wissen und ihre Erfahrung.

Spekulationsgedanken oder ein festes Budget hat Michalke nicht: „Es ist limitiert, da ich auch die Kunstsaele mitfinanziere.“ Geraldine Michalke und ihre Mitbegründer fühlen sich wohl in Berlin und planen gerade die nächste Ausstellung – und ein Buch über die gemeinsamen neun Jahre.

Kunstsaele Berlin Bülowstraße 90, 10783 Berlin Mi–So und an Feiertagen 11–18 Uhr, Tel.: 030 81 80 18 68, www.kunstsaele.de

In unserem Beitrag „Vom ersten Bild zur Sammlung“ erfahren Sie, wie Sie eine Kunstsammlung aufbauen.

Diesen Artikel lesen Sie auch in unserem Magazin diskurs Nr. 27. Ein kostenloses Exemplar können Sie per E-Mail an diskurs@weberbank.de bestellen oder rufen Sie einfach Frau Corina Golze unter Tel. 030 – 897 98 914 an.