Mein Berlin, Dein Berlin

Mein Berlin, Dein Berlin


Berlin – eine Stadt für alle. Der Kommentar von Klaus Siegers, Vorsitzender des Vorstandes der Weberbank.

Text: Klaus Siegers, Foto: Steffen Roth

 

Vor ein paar Wochen war das VBKI-Sommerfest. Wie es sich für den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller gehört, ein Stelldichein von Eigentümern und Führungskräften großer und mittlerer Berliner Unternehmen, öffentlich und privat. Es wird niemanden überraschen, dass ich dort auf viele Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner der Weberbank traf, alle in sommerlich schicke Schale geworfen. Ein schöner Ausschnitt des Berliner Bürgertums. Ein schöner Abend. Ein typisches Stück Berlin? Szenenwechsel. Ein Sommerabend am Paul-Lincke-Ufer. Ein ganz anderes Publikum, auf den ersten Blick viel heterogener, aber ebenso fröhlich und entspannt. Man meint, jeden Moment müsse Hans-Christian Ströbele vorbeiradeln (wenn er nicht gerade gestorben wäre). Hier wie dort wird geredet, gegessen, getrunken, gelacht. Welche Szene ist typischer „Berlin“?

Nimmt man den Ruf der Stadt in aller Welt, so sicherlich die zweite. Wir sind uns allerdings vermutlich darin einig, dass es unzählige weitere Szenen gibt, die „typisch Berlin“ sind. Das Festival-Berlin, das Start-up-Berlin, das Uni-Berlin. Das Currywurst-Döner-Sushi-Gemüsebratling- Berlin. Das Berlin am Wannsee, im Sportverein, im Schrebergarten. Das in der Alten Försterei, das im KaDeWe. Und, und, und. Überall dort treffen wir auf Menschen, die Berlin toll finden – im Großen und Ganzen zumindest, denn Meckern gehört hier zum guten Ton und ist leider viel zu oft berechtigt, aber darum geht es mir gerade nicht. Ich finde es vielmehr faszinierend, dass so viele Menschen, die gar nichts miteinander zu tun haben und in Teilen womöglich auch gar nichts miteinander zu tun haben wollen, sich darin einig sind, Berlin toll zu finden und gegen jede berechtigte und unberechtigte Kritik zu verteidigen. Dabei wird zumeist mit dem Nächstliegenden argumentiert: dem Kulturangebot, das in Deutschland seinesgleichen sucht und in Europa in einem Atemzug mit London, Paris oder Rom genannt werden kann. Eine ganze Museumsinsel, zwei Tierparks, drei Opernhäuser! Wann waren Sie zuletzt in der Oper oder im Zoo? Egal, Berlin ist toll!

Es ist eine Stadt für alle. So unfertig und unzulänglich sie uns auch vorkommt – sie ist wunderbar! Anneliese Bödecker, die Tochter unseres Bankgründers Hans Weber, hat es einmal treffend formuliert: „Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht – aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können!“ Jeder ihr und jedem sein Berlin! Zum Wohlfühlen. Und seien wir alle neugierig und gehen mit offenen Augen durch die Stadt und schauen nach den vielen anderen Berlins …

Diesen Beitrag lesen Sie auch in unserem Magazin diskurs Nr. 38. Bestellen Sie ein kostenloses Exemplar bei Roland Lis, Berater Privatkunden, Weberbank Actiengesellschaft, Tel.: (030) 897 98 – 403, E-Mail: roland.lis@weberbank.de 

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