Mein Berlin – Dieses Mal mit Fotografin Gabo

Mein Berlin – Dieses Mal mit Fotografin Gabo


Gabriele Oestreich alias Gabo über die Ironie trotz ihres ländlichen Wohnsitzes nach Berlin fahren zu müssen um Bio-Produkte aus nachhaltiger Produktion einkaufen zu können.

Gabriele Oestreich alias Gabo über die Ironie trotz ihres ländlichen Wohnsitzes nach Berlin fahren zu müssen um Bio-Produkte aus nachhaltiger Produktion einkaufen zu können. Zwischen brandenburgischem Idyll und Berliner Schnelllebigkeit pendelnd findet die Fotografin allerlei Inspirationsquellen für ihre Arbeiten. Ein Gespräch über die Vorzüge Berlins und das Leben abseits des großstädtischen Trubels.

Wo gehen Sie am liebsten einkaufen?

Zunächst muss ich erwähnen, dass ich im Umland von Berlin, „up north“ in der „Brandenborough Pampa“, wohne. Hier lebe ich am See mit meinen Hunden und Pferden. Als Fotografin liegt natürlich mein beruflicher Aktionsradius in Berlin. Hier auf dem Land mussten viele landwirtschaftliche Betriebe und Selbstvermarkter großen Supermarktketten weichen. Daher sind die Einkaufsmöglichkeiten eher beschränkt. Das widerspricht meinem Anspruch an artgerechte Tierhaltung und nachhaltige Lebensmittelproduktion. So verbinde ich meine beruflichen Aktivitäten mit umfangreichen Einkäufen in Berlin. Ganz besonders gern gehe ich auf den Markt am Maybachufer, wo ich tolle und lustige Leute aus der ganzen Welt treffen kann. Ich nutze die große Auswahl an Bioläden und wunderbaren Märkten der Großstadt. Es ist schon komisch, dass man vom Land in die Stadt fahren muss, um frische Landprodukte zu kaufen … Aber auch ins KaDeWe gehe ich sehr gern! Es kommt mir da vor wie im Schlaraffenland. Alles aus aller Welt duftet gut und ist ein Augenschmaus, wenn auch leider sehr teuer.

Wohin gehen Sie, wenn Sie Lust auf Kultur haben?

In Berlin liebe ich die großartigen vergänglichen Kulturerlebnisse. Im Moment zum Beispiel kleben einige Bilder von mir in „The Haus – Berlin Art Bang“, einer so coolen Ausstellung, die temporär ist. Das Haus wird danach samt den Kunstwerken abgerissen. Schon die Idee, so viele unterschiedliche Künstler und Künstlerinnen zusammenzubringen, ist sensationell. Was ich sehr erholsam finde: Die Mobiltelefone werden am Eingang in Papiertüten verfrachtet, so ist auch die Generation Handy gezwungen, die Bilder im Kopf zu behalten. Bewegung, Irrsinn und junge Geister, dafür liebe ich Berlin. Es entsteht Zeitgeist, oft ohne das bewusst zu wollen. Hier in Berlin wird einfach gemacht. Berlin baut auch auf. So zum Beispiel das Stadtschloss, wo ich vom 10. bis 17. September in der Humboldt-Box gemeinsam mit LUMAS die große Chance habe, einen Teil meiner Fotogeschichte zu präsentieren. Denn eins ist für mich klar wie nie zuvor: Fotos bleiben, müssen groß sein, sollen Emotionen wecken – in dieser schnelllebigen Zeit, wo Handys täglich Hunderte von pixeligen Bildermosaiken auf Instagram und Facebook pumpen. Die Qualität von Bildern gilt es zu erhalten. Das ist meine Aufgabe.

Welche Restaurants empfehlen Sie?

Ich liebe die unfassbaren Möglichkeiten in Berlin, da kann man kaum Empfehlungen in ein paar Sätzen geben. Aber für mich ist das Cassambalis mittags ein absolutes Muss. Ich genieße auch nach wie vor traditionelle Läden, vor allem abends gehe ich immer noch gern ins Borchardt oder in die Henne, falls ich da einen Platz bekomme. Oft probiere ich aber auch Neues aus. Es ist für mich immer die Verbindung von Traditionellem und Neuem, die Berlin kulinarisch so spannend macht.

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