New School Berlin: Unternehmertum als Pflichtfach

New School Berlin: Unternehmertum als Pflichtfach


In der Schule den ersten Businessplan schreiben, Lehrer als Mentoren und Unterricht auf dem iPad: So sieht der Alltag in der Berliner New School aus. Was steckt hinter diesem Konzept? Und wachsen hier die Zuckerbergs und Bezos von morgen heran?

In der Schule den ersten Businessplan schreiben, Lehrer als Mentoren und Unterricht auf dem iPad: So sieht der Alltag in der Berliner New School aus. Was steckt hinter diesem Konzept? Und wachsen hier die Zuckerbergs und Bezos von morgen heran?

Text: Patrick Lindner, Foto: Unsplash

Seit knapp vier Jahren tummeln sich unerwartet junge Gesichter zwischen den Gründerinnen und Gründern am Startup-Campus Berlin. In einem umgebauten Industriegebäude mit Alufassade am Ufer der Spree lernen Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren eigenverantwortlich Projekte zu stemmen und sollen nach Willen der Lehrer für eine Karriere in der Industrie 4.0 fit gemacht werden. Ganz ohne starre Stundenpläne, festgelegte Fächer und Schulnoten.

Wenn Schüler zu „Talents“ werden

Hinter dem Konzept der New School Berlin stecken Sabrina Heimig-Schloemer und Ehemann Udo Schloemer. Ihre projektbasierte Alternativschule steht Schülern der Klassenstufen 7 bis 10 offen und ist als Sekundarstufe I staatlich anerkannt. In Kleingruppen lernen die jungen Talents, so die schulinterne Bezeichnung für Schüler, sich selbst und andere für Ideen zu begeistern und diese in weitgehender Eigenregie umzusetzen. Das Spektrum reicht von 3D-Animation, über Computerprogrammierung bis hin zu Modedesign, Schreinerei oder angewandter Hydrodynamik. Nach Willen der Gründer soll die New School die „analoge Welt von gestern mit der digitalen Welt von heute“ verbinden und den Schülern en passant Knowhow im Projektmanagement, Entrepreneurship und Kommunikation vermitteln.

Trotz kreativer Selbstentfaltung sollen alle staatlich vorgegebenen Lernziele erreicht werden. Dabei helfen Mentoren (Lehrer) und Experten (Berufspraktiker) gleichermaßen. Sie erklären den Schülern, dass beispielsweise zu Projekten im Modedesign nicht nur Kreativität gehört, sondern auch Stoffkunde, Mathematik und zuweilen auch Geschichte. Der Lernerfolg wird dabei nicht in Zeugnisnoten bemessen, sondern kann von Eltern über eine schuleigene Software eingesehen und mit dem offiziellen Rahmenlehrplan abgeglichen werden.

Die Bewerbung an der New School

Um den guten Betreuungsstandard zu gewährleisten, werden pro Jahr etwa zwölf neue Talents an der New School angenommen. Zum Aufnahmeverfahren gehören neben persönlichen Gesprächen mit Erziehungsberechtigen und Kindern auch eine zweiwöchige Probezeit sowie ein handschriftliches Bewerbungsschreiben mitsamt Projektvorschlag. Die Gebühren für die Privatschule werden in Abhängigkeit vom Einkommen der Eltern erhoben und reichen von 100 bis 1.200 Euro monatlich.

Interessenten können sich an Tagen der offenen Tür selbst ein Bild von der New School Berlin machen. Alle Termine und weitere Informationen finden Sie auf der Schul-Website.

Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Thema „Wie aus Schülern Unternehmer werden“.

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