Radikale Reduktion

Radikale Reduktion


Der Fotograf Stefan Heyne bereichert die Kunstwelt mit Werken, die sich vollkommen vom Gegenständlichen gelöst haben. Seine Bildsprache treibt die Abstraktion auf die Spitze und stellt die Farbe an sich in den Mittelpunkt seines Schaffens.

Der Fotograf Stefan Heyne bereichert die Kunstwelt mit Werken, die sich vollkommen vom Gegenständlichen gelöst haben. Seine Bildsprache treibt die Abstraktion auf die Spitze und stellt die Farbe an sich in den Mittelpunkt seines Schaffens.

Text: Katharina Hummert, Foto: Franz Zadnicek, Städtische Galerie Dresden
Bildinformation: Stefan Heyne in seiner Installation „The Enlightment“ in der Städtischen Galerie Dresden, 2014

 

Ein strahlendes Purpur, das in tiefstes Schwarz umbricht, ein sattes Orange, das sämtliche Schattierungen zum Grün durchläuft: nur zwei Beispiele aus dem Bildband „Naked Light – Die Belichtung des Unendlichen“ mit Fotografien von Stefan Heyne. Die Reduzierung seiner Motive auf ein Wechselspiel aus Licht und Schatten bei völliger Offenheit der Form ist die Handschrift des Künstlers: Stefan Heyne fordert die Wahrnehmung des Betrachters heraus.

Die Fotografie als neue Ausdrucksform entdeckt

Dass er die Fotografie als seine Ausdrucksform entdeckt, liegt in seiner ersten künstlerischen Profession begründet. Seit 1995 ist Stefan Heyne als freischaffender Bühnenbildner tätig; er lernte sein Metier an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Volker Pfüller, dessen Meisterschüler er war. Viele Inszenierungen – überwiegend Opern – hat er seitdem begleitet, ist an den großen Spielstätten des Landes zuhause. Dass seine Bühnenbilder nach der Spielzeit zerstört und entsorgt werden, ging ihm schon immer nahe. „Ich wollte etwas schaffen, das bleibt“, sagt Heyne.

Gegenstandslose Werke für ein internationales Publikum

2004 findet seine erste Einzelausstellung statt – „Tatorte“ in der Galerie Blickensdorff in Berlin. „Ich habe kein Muster, kein Kriterium für meine Arbeit“, erzählt Stefan Heyne, „es ist ein Prozess, der auch viel mit Scheitern zu tun hat. Manchmal geht es schnell, man muss den Kopf frei haben.“ Jeden Tag arbeitet er in seinem etwas außerhalb gelegenen Studio, unterstützt von vier Assistenten „so lange bis es klappt.“ Seine gegenstandslosen Werke sind inzwischen einem internationalen Publikum bekannt; in Berlin ist er regelmäßig in der Galerie Michael Schultz zu Gast. Gemeinsam mit dem Kunstkritiker Ralf Hanselle verfasst Stefan Heyne 2014 das „Manifest des Tabularismus“, das mit sieben Thesen eine radikale Neubetrachtung der Fotografie als Teil der zeitgenössischen Kunst fordert. Wer Heynes Fotografien der Ausstellung „Naked Light – Die Belichtung des Unendlichen“ aus demselben Jahr betrachtet, dem eröffnet sich die Konsequenz, mit der der Künstler diese Thesen in seinem eigenen Werk umsetzt.

Wandel zwischen den Welten

Sich als Fotograf und als Bühnengestalter auszudrücken, sei für ihn ein „Wandel zwischen den Welten“, sagt Heyne, „die Hauptintention ist stets das Visuelle.“ Neben neuen Ausstellungen und Bühnenbildern dürfen sich die Freunde seiner Kunst im kommenden Jahr auf ein weiteres Highlight freuen: 2020 plant Stefan Heyne neben Ausstellungen und Opernproduktionen für die Stadt Dresden eine Installation im öffentlichen Raum. Mehr, sagt er, darf er leider noch nicht verraten.

Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Luzi Teber, Leiterin Marketing und Kommunikation, Weberbank Actiengesellschaft, Tel.: (030) 897 98 – 380, luzi.teber@weberbank.de

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