Silberstreif am Horizont

Silberstreif am Horizont


Ein Kommentar von Klaus Siegers, Vorsitzender des Vorstandes der Weberbank, über die Ansiedelung der neuen Tesla-Produktion in Grünheide und den daraus resultierenden Schub für die Metropolregion Berlin-Brandenburg.

Ein Kommentar von Klaus Siegers, Vorsitzender des Vorstandes der Weberbank, über die Ansiedelung der neuen Tesla-Produktion in Grünheide und den daraus resultierenden Schub für die Metropolregion Berlin-Brandenburg.

Vor zweieinhalb Jahren spottete ich an dieser Stelle über Luftschlösser in der Berliner Wirtschaftspolitik: „Tesla, Harley-Davidson, gern auch geheimnisvolle chinesische Investoren – alle seien auf der Suche nach Standorten in Europa … Warum so bescheiden? Warum nicht gleich die Zentralen von Apple, Coca-Cola und Pfizer?“ Wie wir alle wissen, muss ich zumindest in Bezug auf Tesla Abbitte leisten – was ich nur zu gern tue: Chapeau, Herr Minister Steinbach. Zwar baut Tesla in Grünheide, Elon Musk spricht aber von „Giga Berlin“. Ein echter Gewinn für die Stadt und das Umland. Denn zu den Fachkräften, die allein Tesla anzieht, kommen jene, die bei Zulieferern anheuern werden. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich einen Schub für die Branchen Fahrzeugtechnik, Batterieproduktion und die verwandten Bereiche in unserer Region vorzustellen. Auch deutschlandweit sollte die neue Konkurrenz im Mutterland des Automobilbaus beflügeln.

Ein Gewinn also für die Wirtschaft und die Zukunft unserer Stadt, die ihr Heil ja vorrangig in Dienstleistungen, insbesondere rund um das Gesundheitswesen, und in der vitalen Start-up-Szene sieht. Ich auch übrigens. Hier brauchen wir keine Abstriche zu machen. Deshalb finden Sie in diskurs regelmäßig Beiträge hierzu, auch in der vorliegenden Ausgabe. Gerade die Kombination beider Themen, also Digital Health, ist und bleibt ein wichtiges Zugpferd für unsere Stadt. Aber andere akademische Disziplinen sind ebenfalls gut vertreten. Waren wir nicht alle gleichermaßen überrascht wie erfreut, dass die Chemie-Nobelpreisträgerin des Jahres 2020, Emmanuelle Charpentier, in Berlin lebt und forscht? Das ist es nämlich auch, was Berlin wirklich gut kann: Wissenschaftsstandort sein – verbunden mit dem immer erfolgreicheren Bemühen, Wissenschafts-PS auf die Wirtschaftsstraße zu bekommen.

Was das mit Tesla zu tun hat? Die Wirtschaftsförderung denkt in Clustern: Neben der Gesundheitswirtschaft sind in Berlin noch Medien & Kreativwirtschaft, Verkehr & Mobilit.t sowie Energietechnik hervorzuheben. Und Tesla bedeutet einen Schub für mindestens zwei dieser Cluster. Hier ist Expertise vorhanden, die weitere Expertise anzieht, hoch spezialisierte Fachleute mit ihren Familien. Dazu Partner- und Zulieferunternehmen, ebenfalls mit Spitzenpersonal. Und das alles in einem Moment, da mit dem BER endlich der Hauptstadtflughafen in Betrieb und nach einer aktuellen Studie der Universität Potsdam bereits ein Wirtschafts- Hotspot ist. Auch die Fertigstellung des BER ist für gegenwärtige wie zukünftige Ansiedlungen von immenser Bedeutung. Und diese guten Nachrichten sind auch dringend nötig angesichts des hohen Drucks, der coronabedingt gleichzeitig auf unserer Wirtschaft lastet, gerade im Kulturbetrieb, in der Kreativ- und Eventszene, im Einzelhandel. Es ist uns allen zu wünschen, dass vor diesem Hintergrund die politischen Rahmenbedingungen nicht noch herausfordernder werden. Im September ist übrigens Abgeordnetenhauswahl. Tesla und der BER – Berlin-Brandenburg könnte endlich ernten, endlich mithalten mit anderen Regionen in Europa. Diese Entwicklung, die sehr zuversichtlich stimmt, nimmt gerade Fahrt auf.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in unserem Magazin diskurs Nr. 33. Bestellen Sie ein kostenloses Exemplar bei Roland Lis, Berater Privatkunden, Weberbank Actiengesellschaft, Tel.: (030) 897 98 – 403, E-Mail: roland.lis@weberbank.de 

Diesen Artikel empfehlen