Talent zum Leuchten bringen

Talent zum Leuchten bringen


Tausende junge Menschen träumen davon, Schauspieler zu werden. Allein an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin gehen rund 1200 Bewerbungen im Jahr ein. Doch welche Chancen haben die jungen Talente wirklich?

Tausende junge Menschen träumen davon, Schauspieler zu werden. Allein an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin gehen rund 1200 Bewerbungen im Jahr ein. Doch welche Chancen haben die jungen Talente wirklich?

Text: Tanja Breukelchen, Foto: Valerie Groth

Es ist, als würde auf der Bühne plötzlich ein Licht angehen. Als würde es heller, leuchtender. So beschreibt Holger Zebu Kluth, Rektor der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, den Moment, wenn während einer Aufnahmeprüfung ein echtes Talent auf der Bühne steht. Andere von ihrem Talent zu überzeugen und für den Traumberuf des Bühnenschauspielers entdeckt zu werden, darauf hoffen jährlich mehrere Tausend junge Menschen. Viele davon vergebens. Dabei klingen die Zugangsvoraussetzungen zum Beruf so harmlos. Von Mittlerer Reife oder Hochschulreife ist auf der Homepage des Deutschen Bühnenvereins, des Bundesverbands der Theater und Orchester, die Rede. Dazu kommen noch einige K wie Kommunikationsbereitschaft, Kreativität, soziale Kompetenz, K.rpergefühl und Kenntnisse der Kultur- und Theatergeschichte. Neben Informationen zum Berufsbild findet man dort auch die Adressen der 19 staatlichen oder städtischen Schauspielschulen und Kunsthochschulen im deutschsprachigen Raum.

Darunter die Otto Falckenberg Schule in München, das Max Reinhardt Seminar in Wien, die Folkwang Universität in Essen, die Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg und die Universität der Künste Berlin. Außerdem in der Hauptstadt: die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, die auf die von Max Reinhardt 1905 gegründete Schauspielschule des Deutschen Theaters zurückgeht und auf deren langer Absolventenliste so klangvolle Namen wie Corinna Harfouch, Nina Hoss, Steffi Kühnert, Charly Hübner, Jan Josef Liefers oder Lars Eidinger stehen. Allein für das Fach Schauspiel, das neben Regie, Dramaturgie, Puppenspielkunst und Choreografie angeboten wird, gehen dort im Jahr rund 1200 Bewerbungen ein.

Ihre Beliebtheit verdankt „die Ernst Busch“ neben Qualität und Tradition auch ihrer Lage in der Hauptstadt, denn die bietet mit ihren Traditionsbühnen ein ideales Studierumfeld: „Wir arbeiten mit den großen Theatern – der Schaubühne, dem Berliner Ensemble, dem Deutschen Theater und der Volksbühne – eng zusammen, sodass sich unsere Studierenden schon im dritten Studienjahr dort erproben und zwischen erfahrenen Kollegen auf der Bühne stehen können. Auf diese Weise bekommen sie ihre jungen Füße früh in alle möglichen Türen hinein“, sagt Holger Zebu Kluth.

Dass auch die Bühnen die exklusiv auf die Arbeit am Theater ausgerichtete Ausbildung zu schätzen wissen, belegen die Zahlen. So gut wie alle Absolventen bekommen gleich nach dem Diplom einen Vertrag, mehr als 90 Prozent davon am Theater. Um aber überhaupt an der Hochschule Ernst Busch studieren zu dürfen, müssen mehr als nüchterne Zugangsvoraussetzungen erfüllt sein. In einem aufwendigen Auswahlprozess werden die verheißungsvollsten Bewerber ermittelt. Verlangt werden zwei unterschiedliche Rollenausschnitte und ein Lied. Nur die 100 Besten erhalten die Einladung zu einer intensiven einwöchigen Zugangsprüfung. Am Ende bleiben 25 junge Talente als neuer Jahrgang übrig.

Wer es nicht schafft, hat noch ein zweites Mal die Chance auf eine Bewerbung. Außerdem sind die Termine der Auswahlverfahren aller großen staatlichen Schulen so gelegt, dass sie sich nicht überschneiden, damit eine Art „Bewerbungstournee“ möglich ist. Gelehrt werden an der Hochschule Ernst Busch Grundlagen der Schauspielkunst, Theatergeschichte, Musik, Sprechen und Bewegung, später folgen Szenenstudien, eine sehr umfangreiche Sprecherziehung und im dritten Jahr dann Projekte an den Berliner Bühnen. Das vierte Jahr, das mit dem Diplom endet, beinhaltet bereits Bewerbungen und Vorspiele, unter anderem drei gebündelte Vorspieltermine aller 19 staatlichen Schauspielschulen in Neuss, München und Berlin, bei denen Vertreter der großen deutschsprachigen Bühnen im Publikum sitzen.

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