Trends in der Künstlichen Intelligenz – und wie ihr Einsatz die Pflege verändert

Trends in der Künstlichen Intelligenz – und wie ihr Einsatz die Pflege verändert


Sie heißen Pepper, August oder Paro und erledigen Hilfstätigkeiten im Pflegesektor. Ihre Nachfahren könnten in einigen Jahren sogar medizinische Aufgaben wahrnehmen, wenn die Weichen heute richtig gestellt werden.

Sie heißen Pepper, August oder Paro und erledigen Hilfstätigkeiten im Pflegesektor. Ihre Nachfahren könnten in einigen Jahren sogar medizinische Aufgaben wahrnehmen, wenn die Weichen heute richtig gestellt werden.

Beitrag: Patrick Lindner, Foto: Pexels

Wenn Pepper durch die Flure der Universitätsklink in Halle saust, hat das etwas von Science-Fiction. Mit seinem rundlichen Gesicht und zwei leuchtenden Kulleraugen sammelt der 120 Zentimeter große Roboter auf Anhieb Sympathiepunkte bei Patienten und Besuchern. Das hilft ihm beim Erledigen seiner Kernaufgabe: der Interaktion mit Menschen. Pepper befindet sich zurzeit in der Ausbildung, kann aber schon einfache Sätze verstehen, Sprache wiedergeben und sich Gesichter merken. All das haben ihm Michael Stephan und dessen Team vom Berliner Healthtech-Unternehmen Bos&S beigebracht.

Wenn der Assistenzroboter mit jemandem spricht, fixiert er ihn mit seinen Augen und nickt beim Zuhören höflich. Solche menschlichen Züge sollen ihn künftig befähigen Patienten vor einer Untersuchung (beispielsweise einem MRT) einfühlsam zu erklären, was sie erwartet. Oder Menschen in Reha-Kliniken zum Mitmachen bei Gymnastikübungen zu animieren. Pflegerische Aufgaben kann und darf der knuffige Roboter jedoch nicht übernehmen. Seine Arme sind viel zu schwach und seine Hände zu grobmotorisch.

Das Schicksal als elektronische Gesellschaftsdamen teilen auch Peppers Artgenossen „August der Smarte“ in Dresden und der flauschige Robben-Roboter „Paro“ in Japan. Sie sollen unter anderem Demenzpatienten geistig fordern und Alarm geben, wenn etwas nicht stimmt. Dass sie nicht weitergehen, hat überall denselben Grund. Was passiert, wenn der Roboter einen Fehler macht? Wer übernimmt dann die Verantwortung? Heute gibt es hierzu keine klare Antwort. Genauso wenig wie zu datenschutzrechtlichen Bedenken.

Allerdings werden mittelfristig Lösungen gefunden werden müssen. Schätzungen des Statistischen Bundesamtes legen nahe, dass 2030 mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein wird. Der Bedarf an Pflegekräften – ganz gleich ob menschlich oder elektronisch – dürfte proportional mitwachsen. Potenzial zur Optimierung von Pflegeprozessen sieht Michael Stephan schon heute im Einsatz künstlicher Intelligenz. „Sie könnte Vorhersagen im Patientenmanagement treffen oder Nebenwirkungen von Medikamenten analysieren und dem Arzt automatisch Warnsignale senden“, sagte er gegenüber dem Nachrichtenportal Gründerszene. Die Außenfühler einer solchen KI könnten Roboter sein. Natürlich müssen solche Innovationen ausgiebig getestet werden, aber letztlich hätten alle etwas vom smarten Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. Pepper bekäme neue Aufgaben, die Pflegekräfte mehr Zeit und die Patienten das Gefühl noch besser versorgt zu sein.

Hier finden Sie weitere Infos zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin oder zu Gesundheits-Apps – made in Germany.

Für alle Fragen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Roland Lis, Berater Privatkunden, Weberbank Actiengesellschaft, telefonisch und per E-Mail zur Verfügung: Tel.: (030) 897 98 – 403, E-Mail: roland.lis@weberbank.de

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