Familienbande – wenn Geschwister gemeinsam gründen

Familienbande – wenn Geschwister gemeinsam gründen


Nicht nur die Samwer-Brüder agieren als Team, auch viele andere Startups machen das Gründen zur Familienangelegenheit. Eine gute Idee? Zumindest eine, die oft enorm erfolgreich ist.

Nicht nur die Samwer-Brüder agieren als Team, auch viele andere Startups machen das Gründen zur Familienangelegenheit. Eine gute Idee? Zumindest eine, die oft enorm erfolgreich ist.

Text: Anke Bracht, Foto: Unsplash

Als ihre Großmutter pflegebedürftig wurde und die Familie keinen geeigneten Betreuer fand, gründeten Antonia und Nikolaus Albert 2015 das Pflege-Startup Careship. Das Portal informiert über Leistungsansprüche und bringt Senioren mit Betreuern und Pflegekräften zusammen – und expandiert kräftig: Nach Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg bietet Careship seine Leistungen inzwischen auch im gesamten Ruhrgebiet an. Während ihr Bruder vor der Gründung in der Luft- und Raumfahrttechnik tätig war, hatte Antonia Albert in ihrer Zeit bei Rocket Internet berufsbedingten Einblick in die Berliner Gründerszene. Über ihre Zusammenarbeit mit ihrem Bruder sagt die gebürtige Wienerin: „Es ist eine ganz andere Vertrauensebene, die einen verbindet. Man versteht sich einfach blind.“ Das gelte auch dann, wenn die Meinungen einmal auseinandergehen: „Im Konflikt kann man ehrlich sein, ohne dass der andere es zu ernst nimmt.“

Es braucht nicht viele Worte

Wissen, wie der andere tickt und sich ohne viele Worte verstehen: Das gilt auch für die Schwestern Theresa Neubauer und Antonia Sutter. Ihr digitales Magazin SisterMag ging 2012 mit der ersten Ausgabe online – als Diplomarbeit von Theresa Neubauer, die das Konzept gemeinsam mit ihrer Schwester ausgearbeitet hatte. Gemeinsam mit Antonias Ehemann Alex Sutter entwickelten die Schwestern ein lukratives Geschäftsmodell, für SisterMag gründeten ihren eigenen Verlag. Antonia Sutter sagt, sie würde immer wieder mit ihrer Schwester gründen: „Wenn man sich versteht, ist da einfach ein großes Vertrauen und viel Verlässlichkeit. Andererseits müssen wir uns disziplinieren, nicht ständig über den Job zu sprechen“, setzt sie mit einem Augenzwinkern nach. SisterMag wird im Berliner Wedding produziert und arbeitet ohne Investorenkapital. Das Magazin ist nach wie vor kostenlos.

Smoothies für Gesundheitsbewusste

„Da ist dieses Grundvertrauen, das einem niemand nehmen kann“, beschreibt Jessica Krauter das Verhältnis zu ihrem Bruder Daniel. „Vom Temperament her sind wir total verschieden, aber wir haben die selben Werte.“ 2015 gingen die beiden mit buah – was auf Indonesisch „Frucht“ bedeutet – an den Start. Seitdem versorgen sie Gesundheits- und Geschmacksbewusste mit gefriergetrockneten Frucht- und Gemüsemischungen aus ihrem Online-Shop. Auch im stationären Bio-Fachhandel steht buah im Regal. Die Aufgabenteilung der Geschwister ist klar geregelt: Daniel, dem seine Schwester „bei jeder Idee vier Control-Loops“ zuschreibt, hat die Bereiche Finanzen und IT übernommen, Jessica Krauter kümmert sich um Marketing und Vertrieb. Den Kapitalgebern scheint das Konzept zu schmecken – im Juni konnten die Geschwister mehr als eine halbe Million Euro Wagniskapital einsammeln.

Für alle Fragen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Roland Lis, Berater Privatkunden, Weberbank Actiengesellschaft, telefonisch und per E-Mail zur Verfügung: Tel.: (030) 897 98 – 403, E-Mail: roland.lis@weberbank.de