Welche Lebensphase eignet sich am besten, um ein Unternehmen zu gründen?

Welche Lebensphase eignet sich am besten, um ein Unternehmen zu gründen?


Müssen Gründer von Startups immer jung sein? Das gängige Klischee sieht Entrepreneure als „Digital Natives“, die kaum von der Schulbank weg ihre Ideen in die Tat umsetzen. Realität ist aber, dass mit dem Alter und mehr Berufserfahrung auch die Chancen wachsen, mit seinem Unternehmen erfolgreich zu sein.

Müssen Gründer von Startups immer jung sein? Das gängige Klischee sieht Entrepreneure als „Digital Natives“, die kaum von der Schulbank weg ihre Ideen in die Tat umsetzen. Realität ist aber, dass mit dem Alter und mehr Berufserfahrung auch die Chancen wachsen, mit seinem Unternehmen erfolgreich zu sein.

Text: Lenya Meislahn, Foto: Pixabay

Mit den Erfolgsgeschichten von Facebook, Microsoft und Apple verbinden viele auch ihre jungen Gründer: Mark Zuckerberg war 19, als er Facebook an den Start brachte, Bill Gates und Paul Allen gründeten Microsoft mit 20, beziehungsweise 22 Jahren, und als es mit Apple los ging, war Steve Jobs 21. Der Deutsche Startup-Monitor (DSM) 2018 zeigt aber, dass zumindest hierzulande nur rund 7,2 Prozent der Startup-Gründer und Gründerinnen jünger als 24 Jahre sind. In den Alterspannen zwischen 25 und 34 Jahren (47,5 Prozent) sowie 35 bis 44 Jahren (29,1 Prozent) sind die meisten der Entrepreneure zu finden.

Diese Lebensphase scheint besonders gut geeignet, um ein eigenes Unternehmen zu starten. Meist haben die Gründer bereits sowohl Berufs- als auch Lebenserfahrung gesammelt, können also wirtschaftliche und persönliche Risiken identifizieren und abschätzen – und sie trauen sich mehr zu. Das kann auch dazu führen, bessere Entscheidungen zu treffen als in jüngeren Jahren. Für viele Branchen sind auch Markt- und Fachkenntnisse wichtig, die sich nicht mal so nebenbei erlernen lassen, gerade wenn es um komplexe Technologien oder Fragestellungen geht. Und wer schon den einen oder anderen Fehlschlag hinter sich hat, kann daraus auch Schlüsse ziehen und es beim eigenen Gründen dann besser machen.

Laut dem DSM ist jeder zehnte Gründer oder Gründerin zwischen 45 und 54 Jahre alt, immer noch etwa 5 Prozent sind 55 Jahre oder älter. Für Gründungen sogenannter „Silver Ager“ gibt es in der Wirtschaftsgeschichte ebenfalls prominente – und erfolgreiche – Beispiele: Estée Lauder legte den Grundstein für ihren Konzern mit 54, Ferdinand Porsche mit 56 und Charles Flint meldete mit 61 Jahren die Firma IBM an. In Deutschland hängte Architekturprofessor Richard Meier mit Anfang 60 seinen Lehrstuhl an den Nagel, da er einen chemiefreien Dämmstoff aus Seegrasbällen erfand. Seitdem produziert er sehr erfolgreich Neptutherm. Alfred Dassler war bei Gründung von Adidas 48.

Das „beste Alter“, um ein Unternehmen zu starten, gibt es also offenbar nicht. Mit einer guten Idee, Überzeugungskraft und Durchhaltevermögen können Gründer jeden Alters erfolgreich sein.

Unterstützung für Gründer jeden Alters gibt unter anderem der Berliner Beratungsdienst e.V. (bbd)  – Wirtschaftssenioren für Berlin-Brandenburg. Senioren, die als Unternehmer oder Manager ein aktives Berufsleben hinter sich haben, bieten dort ehrenamtlich Gründern ihre Unterstützung an. Sie beraten auch zu Fragen der Unternehmenssicherung und -nachfolge.

Für alle Fragen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Roland Lis, Berater Privatkunden, Weberbank Actiengesellschaft, telefonisch und per E-Mail zur Verfügung: Tel.: (030) 897 98 – 403, E-Mail: roland.lis@weberbank.de