Laurent Petit, Brittany Salas und Till Harnos: Ein Netzwerk für Gutes aufbauen

Laurent Petit, Brittany Salas und Till Harnos: Ein Netzwerk für Gutes aufbauen


Mit Sport zum Klimaschutz beitragen: Die Gründer Laurent Petit, Brittany Salas und Till Harnos (v.l.n.r.) haben ein Modell entwickelt, das sportliche Leistungen mit dem Pflanzen von Bäumen belohnt. Und das soll erst der Anfang sein.

Mit Sport zum Klimaschutz beitragen: Die Gründer Laurent Petit, Brittany Salas und Till Harnos (v.l.n.r.) haben ein Modell entwickelt, das sportliche Leistungen mit dem Pflanzen von Bäumen belohnt. Und das soll erst der Anfang sein.

Interview: Anke Bracht, Foto: Active Giving

Es ist ganz einfach, Gutes zu tun – für den eigenen Körper genauso wie für Gesellschaft und Umwelt. So lautet die Kernbotschaft von Active Giving aus Berlin. Die drei Gründer haben eine App entwickelt, mittels derer die Nutzer ihre sportliche Leistung tracken und basierend auf den Kalorien- oder Distanzanzwerten finanzielle Zuwendungen für soziale- und Umweltschutz-Projekte generieren können. Bereits für fünf Kilometer Jogging pflanzt Active Giving einen Baum – seit dem Start des Konzepts im Mai letzten Jahres sind dadurch inzwischen mehr als 85.000 Bäume finanziert wurden. Möglich ist dies durch Partnerschaften von Active Giving mit verschiedenen Unternehmen, die den gesunden Lebensstil des Nutzers als auch das Wohl des Planeten unterstützen möchten. Wie die Coronakrise auf ihr Start-up Einfluss genommen hat und welche Vision er und seine Mitgründer als Social Entrepreneurs verfolgen, darüber spricht Till Harnos im Interview.

Sie sind Social Entrepreneurs. Gab es da eine Initialzündung bei Ihnen, eine persönliche Erfahrung vielleicht?

Wir haben alle unsere verschiedenen initialen Gründe weshalb wir letztlich Social Entrepreneurs wurden. Dies waren persönliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewegungen. Was wir alle jedoch gemeinsam haben, ist die intrinsische Motivation gerne anderen Personen Gutes zu tun und es nun nicht nur persönlich sondern auch beruflich ausüben möchten. Und bis dato wurden wir mehr als bestätigt. Den Fokus auf dem umwelt- bzw. sozialen Impact zu setzen ist extrem motivierend und zustimmend.

Wie haben Sie sich kennengelernt?

Laurent war 2019 das Bindeglied zwischen uns dreien. Damals hatte er das Konzept von Active Giving bereits ins Leben gerufen und ich weiß aufgrund eigener Erfahrung wie schwierig es ist, die persönlichen Sportmöglichkeiten zu nutzen, um Gutes für die Welt zu tun (Gelder zu sammeln) und war sofort von der Idee überzeugt. Wenige Wochen später sind wir bereits mit drei weiteren Freunden als Staffel von Berlin nach Dresden gejoggt, um Gelder für einen umweltbezogenen Zweck zu sammeln.

Welchen Einfluss hat das Coronavirus auf Ihr Unternehmen? Haben sich z.B. neue Geschäftsbereiche oder Anwendungsmöglichkeiten ergeben?

Grundsätzlich konnten wir in Gesprächen mit möglichen Kooperationspartnern eine veränderte Geschwindigkeit feststellen. Da unser Geschäftsmodell auf den Marketing-Budgets der Partner basiert und diese teils eingefroren bzw. restriktiver verplant wurden, hat sich dies auch auf unsere Gespräche ausgewirkt. Inzwischen sind diese aber wieder voll in Fahrt. Aufgrund unseres digitalen Ansatzes, können wir hier z.B. Firmen, die sonst ein lokales Event geplant hätten, einen großen Mehrwert durch virtuelle Event-Unterstützung bieten.

Aufgrund des Virus, haben wir keine neuen Geschäftsbereiche für uns entdeckt. Wir haben eher den Fokus verschoben und so den Kalender für die virtuellen Klassen ins Leben gerufen. Auch wenn sich diverse neue Geschäftsbereiche aus der aktuellen Situation ergeben, so würden wir diese nur in Anlehnung an unseren Kern anbieten. So haben wir zum Beispiel mit World Bicycle Relief eine wohltätige Organisation in unseren Pool von Projekten aufgenommen, um diese zu unterstützen. World Bicycle Relief stellt Fahrräder medizinischem Personal in Gegenden mit schlecht ausgebauter Infrastruktur zur Verfügung, um so deren Reichweite zu vergrößern und damit mehr mögliche Corona-infizierte Personen zu erreichen.

So traurig die Ursache ist, aber Deutschland macht in Sachen Digitalisierung gerade einen Quantensprung. Wie schätzen Sie in dem Zusammenhang die künftige Bedeutung von E-Health ein?

Auch wenn wir uns mit dem Bereich E-Health aktuell selbst nicht identifizieren können, sehen wir die Geschehnisse um die Digitalisierung für unseren Standort als sehr hilfreich. Es war sehr spannend zu verfolgen wie in kurzer Zeit die sonst so scharf restriktierten Datenschutz-Themen in Bezug auf die Teilung von standortbasierten Daten für das Wohl der Bevölkerung diskutiert und daraus Anwendungsbereiche unter den relevanten Auflagen ermöglicht wurden.

Wir hoffen selbstverständlich, dass dies als positives Momentum weiter genutzt werden kann, um so die Nutzung von Daten für solche kritischen Fälle einfacher verfügbar zu machen. Auch wenn wir hier noch keine konkreten Anwendungsfälle für uns definiert haben, können wir uns in Zukunft auch vorstellen entsprechende zu finden.

Was sind Ihre Learnings als Unternehmen aus der Krise?

Hauptsächlich haben wir für uns gelernt, dass es für alles eine Lösung gibt, wenn die Nachfrage stark genug ist. Dies lässt sich in jeder persönlichen oder beruflichen Situation anwenden, die entsprechende Entität (ob persönlich oder Unternehmen) muss nur offen für Anpassungen sein und die entsprechende Flexibilität mit sich bringen. Zudem haben wir für uns bestätigt bekommen, wie wichtig ein gutes Netzwerk an Partnern und Kollaborationen ist, mit denen sich austauschen und gegenseitig unterstützen kann.

Wie ist Ihre Vision von der Entwicklung des Unternehmens?

Wir möchten grundsätzlich Menschen Tools und Möglichkeiten an die Hand geben, wie sie einfach gutes Tun können. Dies wird immer der Kern unseres täglichen Handelns sein und unsere Vision wird sich darum drehen. Ultimativ ist es unsere Vision, eine Art soziales Netzwerk für Gutes, in dem Personen, Unternehmen und wohltätige Zwecke zusammenkommen, aufzubauen und zu betreiben. Während heute die umweltbezogenen Zwecke bei uns im Fokus stehen, können wir uns auch vorstellen, weitere Bereiche wie z.B. humanitäre Hilfe stärker zu unterstützen. Bis dahin möchten wir unseren Nutzern und Partnern jedoch noch mehr Informationen und Tools, die sich um umweltrelevante Themen handeln, an die Hand geben.

Für alle Fragen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Roland Lis, Berater Privatkunden, Weberbank Actiengesellschaft, telefonisch und per E-Mail zur Verfügung: Tel.: (030) 897 98 – 403, E-Mail: roland.lis@weberbank.de

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